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Torrent de Pareis

Quellgebiet | Verlauf | Naturschutzgebiet | Flora und Fauna | Tourismus | Google-Map


Torrent de Pareis
Torrent de Pareis

Embassament des Gorg Blau
Embassament des Gorg Blau

Karst-Erosion
Karst-Erosion

Mündungsbereich
Mündungsbereich

Teich am Strand
Teich am Strand

Meerseite
Meerseite

Barriere vor Font des Degotís
Barriere vor Font des Degotís

Der eigentliche Torrent de Pareis ist nur 3.300 Meter lang und beginnt am Zusammenfluss des Torrent de Lluc mit dem Torrent des Gorg Blau. Der Name bedeutet soviel wie Doppelbach, von Pareis = Paar, was wohl auf die beiden Quellbäche zurückzuführen ist. Der Punkt des Zusammentreffens dieser beiden Bäche wird s'Entreforc genannt. Ab dort überwindet der Torrent de Pareis einen Höhenunterschied von 180 Metern bis zur Mündung ins Meer.

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Quelle
Der östliche Quellbach des Torrent de Pareis, der Torrent de Lluc, entspringt etwa sechs Kilometer vor dem Zusammenfluss mit dem Torrent des Gorg Blau am Fuße des Berges Puig Ferrer (769 Meter Höhe). Die Quelle Font des Puig Ferrer liegt dabei ca. 1.400 Meter südöstlich der Gebäude des Santuari de Lluc, nahe der Straße von Escorca nach Pollença.

Daneben hat der Torrent de Lluc selbst einige Zuflüsse, die von Norden in ihn münden, wie den Torrent de Binifaldó, der sich vorher mit dem Torrent d'Alqued vereint, und den Torrent de Boverons. Deren Quellen heißen in dieser Reihenfolge Font des Pedregaret, Font des Sementer de Mossa und Font des Poll. Weitere Quellen führen dem Torrent de Lluc, der die Senke Clot d'Albarca durchfließt, Wasser von Süden her zu. Der Höhenunterschied der Schlucht bis zum Torrent de Pareis beträgt 500 Meter.

Der Torrent des Gorg Blau entspringt am 1.115 Meter hohen Puig des Tossals Verds und fließt aus Richtung Südwesten in Richtung Torrent de Pareis. Er ist heute ein Abfluss des Trinkwasser-Staubeckens Embassament des Gorg Blau, das neben dem zweiten Stausee Embassament de Cúber die Wasserversorgung der Inselhauptstadt Palma gewährleistet. Beide Staubecken sind durch den Canal des Embassaments miteinander verbunden. Beim Bau der Staubecken im Jahre 1972 wurde der Verlauf des Torrent des Gorg Blau, der einen Höhenunterschied von 627 Metern aufweist, leicht abgeändert.

Nahe dem Embassament des Gorg Blau befinden sich mehrere Quellen, deren Wasser teilweise nicht nur in den Stausee, sondern auch direkt in den Torrent des Gorg Blau abfließt, wie beispielsweise aus der Font de s'Escudella zwischen dem höchsten Berg Mallorcas, dem 1.445 Meter hohen Puig Major, und dem 1.105 Meter hohen Puig de ses Vinyes. Weitere Quellen befinden sich nördlich der Staumauer des Sees unweit des Baches. Größere Zuflüsse hat der Torrent des Gorg Blau nicht, was zur Folge hat, dass er, bedingt auch durch die Rückhaltebecken der Stauseen, nur nach sehr starken Regenfällen Wasser führt.

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Verlauf des Torrent
Nach dem Zusammentreffen des östlichen Torrent de Lluc und des aus der südwestlichen Felsenge sa Fosca ("die Dunkelheit") kommenden Torrent des Gorg Blau bei s'Entreforc beschreibt der Torrent de Pareis auf seinem Weg zum Meer einen nordwestlichen Verlauf. Dabei verengt sich die Schlucht an einigen Stellen auf wenige Meter und die Wände ragen teilweise bis zu 200 Meter steil auf. Entstanden ist die Schlucht durch Karst-Erosion, einer Auswaschung der Kalksteinfelsen verbunden mit dem Einsturz natürlicher unterirdischer Hohlräume.

Im Bachbett wechseln Abschnitte von grobem Kies mit steinigen Stellen, an denen große Felsblöcke dem Wasser den Weg versperren. Mitunter sind durch Auswaschungen Wannen entstanden, in denen das Wasser auch noch einige Zeit nach den letzten Regenfällen im Schatten der Felswände steht. Am Rande der Schlucht haben sich kleine Höhlen ausgebildet. In der Cova des Romagueral, etwa einen Kilometer vor der Mündung des Baches, sind dabei sogar dicke Tropfsteine entstanden.

In der Nähe der Cova des Romagueral befindet sich die Quelle Font des Degotís, die aus den Felsen herunter tropft. Kurz danach öffnet sich die Schlucht zu einem mit vereinzelten wilden Feigenbäumen bestandenen, fast ebenen Gelände, auf dem sich große Teiche gebildet haben. Das nun offene Tal zieht sich bis zum Strand an der Mündung des Torrent de Pareis hin, der durch seine Kiesaufschüttung, verursacht durch die Brandung an der Cala de Sa Calobra, den direkten Abfluss des Wassers ins Meer verhindert. Starke Wassermengen des Baches schaffen es jedoch zu manchen Zeiten des Jahres, die Felsenge an der Mündung zu öffnen.

Der Strand Platja de Torrent de Pareis ist nur 25 Meter lang und etwa 30 Meter breit. Er besteht aus Kies und Geröll und fällt steil ins Meer ab. Ein in den westlichen Uferfelsen gehauener Tunnel führt von den 400 Meter entfernten Parkplätzen oberhalb des Platja de Sa Calobra und der dortigen Schiffsanlegestelle hinüber in die sonst weitgehend unzugängliche Schlucht des Torrent de Pareis, bedingt dadurch auch die hohen Besucherzahlen an dem kleinen Strand und im unteren Bereich der Schlucht, die als eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Natur Mallorcas gilt.

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Naturschutzgebiet
Die Schlucht des Torrent de Pareis wurde mit Teilen der Schluchten des Torrent de Lluc und des Torrent des Gorg Blau am 16. Mai 2003 zum "Naturdenkmal" ("Monument natural" ) erklärt. Dieses liegt innerhalb einer geschützten Zone nach dem Naturraumgesetz vom 30. Januar 1991, Typ ANAI (Àrea natural d'especial interès), das fast das gesamte Gebiet der Serra de Tramuntana umfasst.

Im Naturschutzgebiet Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc sind alle Aktivitäten verboten, die nicht mit dem Schutz des Gebietes vereinbar sind, beispielsweise das Sammeln von Gestein, das Campen außerhalb dafür vorgesehener Orte oder das Verändern der Wassersysteme. Sport- und Freizeitaktivitäten mit Beteiligung von über 20 Personen sind anmeldepflichtig, über 40 Personen genehmigungspflichtig, wie auch die Jagd und das Anbringen neuer Sicherungshaken beim Klettern in den Schluchten.

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Flora und Fauna
Von den über 300 Pflanzenarten im Naturschutzgebiet sind etwa 10 Prozent endemische Arten, die nur auf den Balearen vorkommen. Neben allen Arten von Farnen, die auf Mallorca heimisch sind, gibt es hier Stacheliges Brachsenkraut (Isoëtes histrix), Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua), Terpentinpistazien (Pistacia terebinthus), Bibernellen (Pimpinella bicknellii), Stechpalmen (Ilex aquifolium), Hauhecheln (Ononis crispa subsp. zschackei), Johanniskräuter (Hypericum hircinum subsp. cambessedesii), Felsenbirnen (Amelanchier ovalis), Brennnesseln (Urtica bianorii) und Veilchen (Viola jaubertiana).

Unter den Tieren bewohnen die Schluchten zunächst einige Vogelarten, darunter die häufig vorkommenden Felsentauben (Columba livia), die Blaumerlen (Monticola solitarius) und die Felsenschwalben (Ptyonoprogne rupestris). Ein Großteil des Tramuntana-Gebirges wurde auch zum Vogelschutzgebiet (ZEPA) erklärt. Im und um den Torrent de Pareis vorkommende Säugetiere sind Mauswiesel (Mustela nivalis), Baummarder (Martes martes), Waldmäuse (Apodemus sylvaticus) und die verwilderten Hausziegen (Capra hircus). Endemisch vorkommende Tierarten sind die Balearischen Tatzenkäfer (Timarcha balearica), eine Art aus der Familie der Schnirkelschnecken (Iberellus balearicus) und die vom Aussterben bedrohten Mallorca-Geburtshelferkröten (Alytes muletensis).

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Platja de Torrent de Pareis
Platja de Torrent de Pareis

Markierung des Wanderweges
Markierung des Wanderweges

Tourismus
Die touristische Erschließung der nach der Samaria-Schlucht auf Kreta zweitgrößten Schlucht des Mittelmeer-Raumes begann mit dem Bau der 12,5 Kilometer langen Serpentinenstraße zur Cala de sa Calobra, die im Jahre 1935 fertiggestellt wurde. Bis dahin war die Bucht und die Schlucht des Torrent de Pareis nur durch Boote oder auf Wanderwegen erreichbar. Im heutigen Zeitalter des Massentourismus bieten viele Reiseunternehmen Bus- oder Schiffsausflüge, auch in Kombination meist vom nächstgelegenen Hafen Port de Sóller aus, an.

Auch Kletterwanderungen durch die Schlucht des Torrent de Pareis erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Für die Gesamtdurchquerung mit dem Ort Escorca als Ausgangspunkt, am Kilometer 25,2 der Landstraße MA-10, muss man über fünf Stunden einplanen, wobei professionelle Wanderschuhe und Klettererfahrung unbedingte Voraussetzung sind. In Wanderführern wird diese Tour als die anspruchsvollste und gefährlichste der Insel bezeichnet. Warnschilder weisen auf die Gefahren hin und mittlerweile befindet sich am oberen Schluchteinstieg ein Kontrollhäuschen der Bergwacht.

Der Weg wird durch kleine Steinhaufen markiert. Zwar ist das Geröllbett der Schlucht im Sommer fast ausgetrocknet, dennoch können schon kleine Regenfälle kurzzeitig einen reißenden Gebirgsfluss hervorrufen, dem man kaum entgehen kann. Es kommt immer wieder zu tödlichen Unglücken von Touristen und waghalsigen Bergungsaktionen der mallorquinischen Bergwacht. Verschiedene Veranstalter bieten auch geführte Wanderungen durch die Schlucht an.

Am Ende der Zufahrtsstraße an der Cala de Sa Calobra hat man sich auf die Touristenströme eingestellt. Es sind viele Gaststätten, Bars und einige Hotels entstanden. Selbst Parkplätze werden vermarktet, es gibt nur noch wenige kostenfreie Fahrzeug-Abstellmöglichkeiten. Dabei ist der kleine Ort am Strand und Schiffsanleger von Sa Calobra nicht das eigentliche Ziel der Besucher, einzig der Torrent de Pareis zieht die Menschen magisch an.

Quelle: Wikipedia  und Spanien Lexikon

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