Geschichte
|
Sehenswürdigkeiten
|
Google-Map
Llucmajor (spanisch: Lluchmayor) ist eine Kleinstadt mit 9.312 Einwohnern auf der balearischen Mittelmeerinsel Mallorca, sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Gemeindebezirks. Sie liegt ca. 15 km südöstlich des Flughafens Palma, und zu Füßen (ca. 4 km südwestlich) des Berges Puig de Randa an der von Palma in Richtung Santanyí führenden Autobahn. Da der Ort auch ca. 15 km von der Küste entfernt liegt, ist er nicht besonders touristisch geprägt.
Top
Geschichte
Die künstlich angelegten Höhlen von Son Hereu, Llucamet, s'Aguila, Son Cardell, Bennoc, Son Mandivil oder Son Mulet stammen aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. und dienten seinerzeit offenbar als Grabstätten der Siedlergemeinden. Später, im zweiten Jahrtausend v.Chr. entstand die Megalithkultur der Talayots. Reste der Siedlung Capocorb Vell im Süden von Llucmajor sind die bekanntesten Zeugen der Bronzezeit.

Capocorb Vell

Capocorb Vell Rundgang
Capocorb Vell ist eine der am besten ausgegrabenen talayotischen Siedlungen auf den Balearen und zählt zu den größten und wichtigsten megalithischen Anlagen des westlichen Mittelmeers. Das freigelegte und heute zugängliche Gelände umfasst rund 7000 m². Die andere Hälfte der gesamten vorgeschichtlichen Stadt liegt noch unter den anliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Die Siedlung war auch eine der ersten, an denen Ausgrabungen durchgeführt wurden.
Die Siedlung befindet sich in einer Ebene, ca. 100 Meter über dem Meeresspiegel. Capocorb Vell besteht aus drei runden und vier quadratischen Talaiots (Wehranlagen), die von mehreren Bauten umschlossen werden. In der näheren Umgebung finden sich zahlreiche kleinere Talaiots und andere Gebäude. Die Siedlung wurde durch die Archäologen Ch. Watelin (Frankreich) und Albert Mayr (Deutschland) erforscht. Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen erfolgten zwischen 1910 und 1920 unter der Leitung von José Colominas Roca und standen unter der Schirmherrschaft von Luis Pericot, einem Spezialisten für spanische Vorgeschichte.
Wissenschaftler vermuten, dass es sich um eine Wehrsiedlung für rund 500 Bewohner aus der Frühzeit der Talayot-Kultur (12. Jahrhundert vor Christus) handelt.
Als wesentliche Elemente wurde ein labyrinthähnlicher Bau, eine Anhäufung von 28 Räumen, 3 Rundtürme sowie 2 quadratische Türme ausgegraben. Bei einem der quadratischen Türme erkennt man die 2. Etage, die durch eine Wendeltreppe verbunden ist. Seine Eingangstür ist wie bei allen quadratischen Talayots Mallorcas auf 145 Grad nach Südosten ausgerichtet. Die Fundstücke lassen vermuten, dass diese Siedlung von der talayotischen Frühzeit bis in das frühe Mittelalter durchgehend besiedelt war. Die Fundstücke sind im archäologischen Museum in Barcelona zu besichtigen. Die Reste der runden Megalith-Türme sind begehbar, ebenso die quadratisch verlaufenden Grundmauern.
Bis heute gibt die Talayot-Kultur Archäologen und Historikern Rätsel auf. Der "Talayot" ist ein prähistorischer Verteidigungsturm, der sowohl mit Magie und Ritual als auch mit kriegerischer Ordnung in Verbindung zu bringen ist. Ebenso ist die Frage der Ausrichtung der Eingangstüren um 145 Grad nach Südosten ungeklärt.
Laut Regierungsverordnung vom 3. Juni 1931 steht die Siedlung unter Denkmalsschutz.
An den Steilfelsen in der Nähe von Capocorb befindet sich außerdem ein Höhlengrab.

Torre del Cala Pi
Phönizier, Griechen, Karthager und Römer hinterließen ihre Spuren bis zur Einführung des Christentums. Lediglich ein beschädigter Grabstein aus La Marina mit der Ortsbezeichnung "Egnatuleia" ist aus dieser Zeit erhalten geblieben.
Die erste Kirche in Llucmajor entstand 1259. 1300 Erhebung zur "Villa" durch Jaume II. von Mallorca. Wichtigstes historisches Ereignis in Zusammenhang mit dem Ort ist die Schlacht von Llucmajor, in der im Jahre 1349 Pedro IV. den mallorquinischen König Jaume III., seinen Vetter, besiegte und damit die selbständige mallorquinische Monarchie aufhörte zu bestehen. Jaume fiel auf dem nordöstlich vor der Stadt gelegenen Schlachtfeld. Er wurde zunächst in der Pfarrkirche des Ortes beigesetzt. Heute befindet sich sein Grab in der Kathedrale von Palma.
1543 verlieh Karl V. der Stadt das Recht, mittwochs und freitags einen Markt zu veranstalten.
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Llucmajor zu einen Zentrum des Schuhmacherhandwerks und kam so zu einigem Wohlstand.
Top

Llucmajor - Zentraler Platz
Sehenswürdigkeiten
- Rathaus
- Kirche San Miguel aus dem 18. Jahrhundert an der Placa Santa Catalina Thomás
- Denkmal für Jaume III. am Passeig Jaume III
- Denkmal für die Schuhmacher südlich des Marktplatzes
Markt
Sonntag, Mittwoch und Freitag vor dem Rathaus
Quelle: Wikipedia
und Spanien Lexikon