Manchmal werden sie " die Schwaben Spaniens" genannt. Und tatsächlich hat der typische Mallorquiner mit dem
übersprudelnden Andalusier in mancher Hinsicht soviel gemein, wie die fleißigen Häuslebauer mit den Einwohnern
Neapels. Der typische Mallorquiner ist eher ruhig, aber gelassen, stolz, offen und gleichzeitig traditionsbewusst. Aber auch
viel südländisches Flair ist bei den Bewohnern der größten Baleareninsel zu finden. Von der täglichen
Siesta bis zu ausgedehnten Festlichkeiten wird Lebensfreude auf Mallorca groß geschrieben. Auch die Tatsache, dass es
nichts Besonderes ist, oft noch gegen Mitternacht spielende Kleinkinder auf den Plätzen und Straßen zu sehen, ist
typisch für die südlich-heißeren Gefilde.
Wer das Glück hat, mit den Mallorquinern mehr als nur ein paar Worte zu wechseln, ist meist positiv überrascht. Der
Mallorquiner ist ein zuverlässiger, offener und herzlicher Mensch. Er liebt seine Insel und hält an Traditionen fest.
Entsprechend hartnäckig bestehen Regierung und viele Einwohner auf die Nutzung des Mallorquín, einem Dialekt des
Katalanischen. Die Sprache der Einheimischen war unter Franco verboten. Umso vehementer hält nun das Mallorquín
immer weiter Einzug nicht nur in die Ämter, sondern auch in die Schulen und die Universität der Insel. Dies hat seine
Gründe.
Die Insel und ihre Bewohner haben eine Jahrhunderte lange Geschichte verschiedenster Invasionen und Besatzer hinter sich.
Entsprechend zwiespältig wird der Tourismus und die hohe Nachfrage an Immobilien aus dem Ausland angesehen. Als
geschäftstüchtiger Mensch freut sich der Einheimische an den hohen Einnahmen durch die vielen Besucher. Die
Mallorquiner haben es in nur wenigen Jahrzehnten geschafft, die Wünsche der Reisenden aus verschiedenen Ländern so
gut zu erfüllen, dass Mallorca zur beliebtesten Urlaubsinsel gleich mehrerer europäischer Nordländer geworden
ist. Gleichzeitig fürchtet man um die eigene Identität - eine Besorgnis, die angesichts der rund 7 Millionen
ausländischer Touristen, die die Insel im Laufe eines Jahres besuchen, nicht ganz unbegründet ist.
Wir empfehlen daher, den Mallorquinern und ihrer wunderschönen Heimat mit Respekt zu begegnen.
Auf Mallorca gilt wie in allen südlichen Ländern: Wer höflich und freundlich ist, den erwartet eine herzliche
Gastfreundschaft. Wer mit Shorts und Badeschlappen durch die Kirchen zieht und einfachste Anstandsregeln schlicht missachtet,
muss sich über offensichtliche Zurückhaltung nicht wundern!
Schön, wenn Sie Ihrem mallorquinischen Gegenüber ein paar Worte auf spanisch oder eventuell sogar auf
Mallorquín äußern können. Höflichkeit und Zurückhaltung werden ausgesprochen positiv
aufgenommen. Laute, womöglich betrunkene Ansprache ist unangemessen und wird zum Teil - berechtigt - mit klarer
Nichtbeachtung bestraft.
Und wer Mallorca und seine Bewohner wirklich kennen lernen möchte, dem sei ein Ausflug ins beschauliche Landesinnere
empfohlen. Setzen Sie sich an einem Markttag ganz gelassen in eines der vielen Cafés in den Dörfern und
Kleinstädten. Beobachten Sie das rege Treiben und machen Sie sich Ihr eigenes, ganz authentisches Bild. Der Mallorquiner
wird Ihnen gern dabei behilflich sein!
Quelle: Ibatur/Visitbalears Wikipedia